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Erst im März wurde der Kradolfer René Hübner Schweizer Meister der Rollstuhl-Armdrücker. Damit qualifizierte er sich sowohl für die Europameisterschaft, als auch die Weltmeisterschaft.

An der Europameisterschaft im Armdrücken, die Ende Mai in Polen stattfindet, will der Kradolfer nun erst einmal Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln, ehe er auch international voll angreifen möchte. «Europäisch wird das Niveau noch einmal höher sein als an den Schweizermeisterschaften», weiss Hübner.

Seit einem Badeunfall im Jahr 2005 ist der Kradolfer an den Rollstuhl gebunden. Vor dem Unfall spielte er erfolgreich American Football bei den St. Gallen Raiders, gewann schon dort nationale und internationale Titel. «Nach dem Unfall wusste ich, dass ich weiterhin Sport machen wollte und landete beim Rollstuhl-Basketball. Wegen Schulterproblemen musste ich dort jedoch aufhören und versuchte mich beim Pistolenschiessen», so Hübner. Seit letztem September ist der Kradolfer nun beim Verein Armsport-Bodensee mit Sitz in Arbon dabei. «Mit dem Armwrestling habe ich nun die perfekte Sportart für mich gefunden», sagt er. Kein Wunder, sind doch die Aussichten des Newcomers mit der EM-Teilnahme vielversprechend. Trainiert wird im Verein zweimal die Woche, dazu kommen Einheiten mit dem Physiotherapeuten, Krafttraining sowie Crossfit-Training.

Für die kommende Europameisterschaft setzt sich Hübner bescheidene Ziele: «Ich bin erst einmal stolz, dass ich als einziger Schweizer Rollstuhlfahrer an der Europameisterschaft dabei bin», sagt er. Es gelte, Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Standort leistungsmässig zu bestimmen. «Ich erwarte, dass vor allem aus Deutschland, Österreich und der Türkei sehr starke Gegner dabei sein werden», meint Hübner. Für die Reisekosten und die Unterkunft während der Europameisterschaften ist Hübner derzeit noch auf der Suche nach Sponsoren.

Nach der Europameisterschaft geht es für den Kradolfer Schlag auf Schlag weiter: Erst folgen Turniere in Duisburg und Wolfsburg, ehe im September das Swiss Open in Amriswil und die Weltmeisterschaft in Budapest anstehen. Auch in Budapest setzt sich Hübner noch keine konkreten Ziele. Eines ist aber klar: «Früher oder später wäre ein EM- oder WM-Titel sicherlich schön. Das geht aber nicht von heute auf morgen», sagt er.

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